Dein Wissen gehört dir. Du kannst es nur nicht benutzen.

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Jeder hat mal einen Kurs gekauft, die ersten beiden Kapitel angesehen, war super motiviert, und dann keine Zeit mehr gehabt. Der Kurs liegt jetzt irgendwo in einem Account, den du seit Monaten nicht geöffnet hast. Das Wissen ist da. Du kommst nur nicht ran.

Mir ging es genauso. Nicht nur mit Kursen, sondern mit allem.

Der Tool-Zirkus

Ich habe über die Jahre alles ausprobiert. Apple Notes war mein Standard, aber nie strukturiert. Notion war das strukturierteste Tool. Dann kam Obsidian, weil der Hype groß war. Dann Heptabase, weil es sich anders anfühlte. Zwischendrin immer ein neues Ding, das alles besser machen sollte.

Keins davon hat für mich richtig funktioniert.

Das Problem war nicht das Tool. Das Problem war, dass alles in verschiedenen Tools lag. Notizen in Apple Notes, strukturiertes Wissen in Notion, Gedanken in Heptabase, Meeting-Notes irgendwo anders. Ich habe etwas gesucht, musste erst überlegen, wo ich es aufgeschrieben habe. Und habe es nicht gefunden.

Alles raus

Irgendwann habe ich den Stecker gezogen. Alles exportiert, die Markdown-Dateien rausgezogen, alle Accounts gekündigt. Notion, Heptabase, weg. Apple Notes benutze ich noch manchmal, um schnell was aufzuschreiben. Aber als System? Nein.

Dann lag alles als Dateien auf meinem Rechner. Das klingt nach einem Rückschritt. Wer macht Wissensmanagement in Ordnern? Aber genau das war der Punkt: Dateien sind simpel. Mein Agent kann sie lesen.

QMD drübergelegt. Indexiert alles, macht es durchsuchbar. Nicht perfekt, aber es reicht. Fertig.

Die Kurse

Hier hat es klick gemacht. Ich hatte einen teuren Fitnesstraining-Kurs, vor Jahren gekauft, lange nicht mehr angerührt. Transkribiert, in Markdown gepackt, indexiert. Plötzlich konnte ich Fragen stellen. Nicht den Kurs nochmal anschauen. Direkt die Antwort bekommen, die ich gerade brauche.

Dann der nächste Kurs. Und der nächste. Mittlerweile habe ich alles indexiert, was ich je gekauft habe. Artikel, Podcasts, alles.

Wenn ich an einem Projekt arbeite, hole ich mir die relevanten Kurse rein. Der Agent hat Zugriff auf alles, was ich gelernt habe. Ich kann aus Wissen einen Skill bauen, auch wenn ich den Kurs nie abgeschlossen habe. Das verändert die Ergebnisse massiv.

Vor ein paar Wochen hat Andrej Karpathy dasselbe beschrieben . Alles als Markdown, LLM drüber, Q&A dagegen fahren. Als ich den Post gesehen habe, habe ich zu Nana gesagt: “Das ist das, was ich hier schon die ganze Zeit mache.” Sein Setup ist technischer, Papers und Datasets statt Kurse und Podcasts. Aber der Kern ist identisch: Wissen als Dateien, Agent als Zugang.

Das Podcast-Problem

Podcasts sind mein bestes Lernmedium. Gleichzeitig das schwierigste zum Festhalten. Du hörst sie on the go. Du schreibst nichts mit. Drei Wochen später weißt du: irgendjemand hat was Geiles gesagt. Welche Episode? Welche Minute? Keine Ahnung.

Readwise bietet mittlerweile Podcasts an, aber was ich will, ist über Hunderte von Episoden hinweg suchen. Die passende Folge finden, den genauen Abschnitt. Das habe ich noch nicht umgesetzt. Aber es ist der nächste Schritt.

Wie es jetzt aussieht

Heute Morgen, Hund im Wald, mir fällt ein Thema ein. Nachricht an den Agenten über Telegram. Er startet einen Deep-Research-Skill, baut mir einen Report als Website. Gehostet über Tailscale, lesbar von überall.

Abends sammle ich Gedanken als Sprachnotiz. Ein Markdown-File pro Monat, in Git versioniert. Kein Tool, das mir vorschreibt, wie ich denken soll.

Nana nutzt die Knowledge Base für ihr Coaching. Neuer Client, bestimmtes Problem, sie sucht nach passenden Ressourcen und findet sofort die richtige Episode oder das richtige Video. Wissen, das ich vor Jahren gesammelt habe, arbeitet jetzt für jemand anderen.

Was ich nie wieder machen würde

Ich würde kein Notizentool mehr empfehlen. Nicht Notion, nicht Obsidian, nicht das nächste Ding, das nächstes Jahr rauskommt. Alles in Markdown speichern. Der Agent kann es lesen, du kannst es lesen, es überlebt jedes Tool. Projekte als Ordner mit klarer Struktur. Prüfen, was übergreifend relevant ist und ins globale Wissen gehört.

Ein Projekt muss kein Code-Projekt sein. Es ist einfach ein Ordner, in dem Wissen abgelegt wird. Das klingt primitiv. Ist es auch. Und genau deshalb funktioniert es.

Es ist nicht perfekt. Manchmal muss ich aufräumen, weil Sachen im falschen Ordner landen. Aber das Grundproblem, dass Wissen in fünf Tools verstreut liegt und ich nichts finde, das ist gelöst.

Der eigentliche Punkt

Ich bringe meinem Agenten bei, wie man etwas richtig gut macht. Nicht weil ich alles weiß. Sondern weil ich alles, was ich gelernt habe, für ihn zugänglich mache. Jeder Kurs, jeder Artikel, jeder Podcast. Das Wissen gehört mir. Jetzt kann ich es auch benutzen.

Ich habe hier bewusst auf die technischen Details verzichtet. Wer sehen will, wie das Setup in der Praxis aussieht: schreibt mir. Wenn genug Interesse da ist, mache ich ein Video dazu.